HYPNOSE ALS THERAPIE
Wie moderne Hypnotherapie wirkt

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Christian Mai ist Heilpraktiker für Psychotherapie mit wirtschaftspsychologischem Hintergrund und arbeitet in einer Praxisgemeinschaft in Ettlingen. Er arbeitet schwerpunktmäßig mit Hypnotherapie, die er als therapeutisches Werkzeug nutzt – wissenschaftlich fundiert und rein auf die gesundheitliche Unterstützung seiner Klienten ausgerichtet, nicht mit Show-Hypnose zu verwechseln. Zu seinen Behandlungsmethoden gehören unter anderem Ansätze aus der kognitiven Verhaltenstherapie, NLP und EMDR.

Neben der persönlichen Arbeit in der Praxis hat Christian Mai eigene Online-Kurse entwickelt, die mentales Training, Konzentrationsförderung und Selbstregulation alltagstauglich vermitteln. Darüber hinaus ist Christian Mai als Dozent tätig und leitet Hypnose-Seminare, unter anderem im Bereich medizinische Hypnose und Hypnose-Ausbildung, im Auftrag des TherMedius-Instituts, eines großen Weiterbildungsinstituts für Hypnose im deutschsprachigen Raum.
In diesem Interview spricht er über Hypnose als Therapieform, ihren Stellenwert im medizinisch-psychologischen Kontext, wissenschaftliche Grundlagen und praktische Anwendungsmöglichkeiten.

Wie würden Sie Laien Hypnose erklären – insbesondere den Unterschied zwischen Showhypnose und therapeutischer Hypnose?
Hypnose ist ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit und tiefer innerer Konzentration. Man kann ihn sich vorstellen wie das Gefühl, völlig in ein Buch oder einen Film vertieft zu sein – die Außenwelt tritt in den Hintergrund, während die innere Wahrnehmung stärker wird. In diesem Zustand ist das Gehirn besonders aufnahmefähig für hilfreiche innere Bilder, neue Denkweisen und emotionale Verarbeitung. Genau diese Form der fokussierten Aufmerksamkeit nutzen wir therapeutisch – ähnlich wie beim Lernen oder mentalen Training, nur gezielter und strukturiert.

Der Unterschied zur Showhypnose ist grundlegend. Showhypnose dient der Unterhaltung, arbeitet mit Überraschungseffekten und Suggestionen, die spektakulär wirken sollen. Therapeutische Hypnose hingegen ist ein medizinisch-psychologisches Verfahren. Sie ist zielgerichtet, respektvoll und auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt. Der Patient bleibt während der Hypnose ansprechbar und handlungsfähig.

Was passiert auf neurophysiologischer Ebene im Gehirn, wenn jemand in Hypnose geht – und wie trägt das zur Therapie bei?
In Hypnose verändert sich die Aktivität bestimmter Hirnareale. Bildgebende Verfahren zeigen, dass Bereiche für Aufmerksamkeit, Vorstellungskraft und emotionale Verarbeitung stärker zusammenarbeiten. Gleichzeitig wird die Aktivität in Regionen reduziert, die für kritisches Abwägen und ständige Selbstbewertung zuständig sind. Dadurch wird es leichter, neue innere Erfahrungen zuzulassen.
Für die Therapie bedeutet das: Emotionale Erinnerungen können mit mehr innerem Abstand betrachtet werden, körperliche Prozesse wie Schmerzempfinden lassen sich beeinflussen und eingefahrene Denkmuster können flexibler werden. Hypnose schafft also einen Zustand, in dem Lernen und Veränderung auf einer tieferen, erfahrungsbasierten Ebene möglich werden – und zwar emotional, körperlich und kognitiv.

Bei welchen Störungsbildern bzw. Beschwerden setzen Sie Hypnose am häufigsten ein? Welche Erfolge beobachten Sie mit Ihren Patienten?
Hypnose wird besonders häufig bei Angststörungen, Phobien, stressbedingten Beschwerden, psychosomatischen Symptomen und chronischen Schmerzen eingesetzt. Auch bei Schlafstörungen, innerer Unruhe sowie bei der Veränderung belastender Gewohnheiten – etwa im Rahmen einer Rauchentwöhnung – kann sie unterstützend wirken. Darüber hinaus wird Hypnose begleitend bei Themen wie Essverhalten und Gewichtskontrolle eingesetzt. Grundsätzlich eignet sich Hypnose für nahezu alle Anliegen, bei denen emotionale Muster, Stressverarbeitung oder automatisierte Reaktionen eine Rolle spielen.

Die Erfolge zeigen sich oft darin, dass Patienten schneller Zugang zu ihren Gefühlen bekommen und belastende Reaktionen an Intensität verlieren. Viele berichten, dass sie sich innerlich stabiler fühlen, weniger von automatischen Angst- oder Stressreaktionen überrollt werden und wieder mehr Selbstwirksamkeit erleben. Hypnose ist dabei kein Wundermittel, sondern ein Werkzeug, das therapeutische Prozesse vertiefen und beschleunigen kann.

Welche Rolle spielt Hypnose zum Beispiel bei Angststörungen, chronischen Schmerzen oder psychosomatischen Krankheitsbildern?
Bei Angststörungen hilft Hypnose, die zugrunde liegenden emotionalen Lernerfahrungen zu bearbeiten. Statt nur über Ängste zu sprechen, können Patienten in einem geschützten inneren Erleben neue Erfahrungen von Sicherheit und Kontrolle machen. Das Nervensystem lernt dabei neu, dass bestimmte Situationen nicht mehr automatisch als bedrohlich bewertet werden müssen.

Bei chronischen Schmerzen kann Hypnose dabei unterstützen, die Wahrnehmung von Schmerzen bewusster zu regulieren. Studien weisen darauf hin, dass sich unter bestimmten Voraussetzungen die subjektive Schmerzbewertung und der Umgang mit Schmerzen verändern können. In der therapeutischen Praxis lernen Patientinnen und Patienten, ihre Aufmerksamkeit gezielt zu steuern und Entspannungsreaktionen des Körpers besser wahrzunehmen. Ziel ist nicht die Heilung im medizinischen Sinne, sondern ein veränderter, oft entlastenderer Umgang mit dem Schmerzerleben.
Bei psychosomatischen Beschwerden wirkt Hypnose vermittelnd zwischen Psyche und Körper. Da viele körperliche Symptome mit Stress, inneren Konflikten oder unverarbeiteten Emotionen verbunden sind, kann die Arbeit in Trance helfen, diese Zusammenhänge auf einer tieferen Ebene zu lösen oder zu regulieren.

Sie bieten mit „TrainMyBrain / Superlearning“ auch ein Online-Programm an. Was genau steckt hinter diesem Kurs, wie ist er aufgebaut und für wen ist er besonders geeignet?
Das Online-Programm „TrainMyBrain“ ist aus meiner therapeutischen und praktischen Arbeit heraus entstanden. Es richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die ihre Konzentrationsfähigkeit, Lernleistung und mentale Belastbarkeit verbessern möchten – sei es im schulischen Kontext, im Studium oder im Berufsalltag.
„TrainMyBrain“ ist dabei kein klassisches Lern- oder Nachhilfeprogramm. Statt Inhalte wie Mathematik oder Sprache direkt zu üben, setzt das Programm an grundlegenden Gehirn- und Lernfunktionen an. Durch gezielte Übungen – unter anderem aus dem motorisch-koordinativen Bereich – werden Prozesse wie Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Arbeitsgedächtnis und Selbstregulation trainiert. Diese Grundlagen sind entscheidend dafür, wie gut Lernen insgesamt gelingt. So können sich beispielsweise auch mathematische Fähigkeiten verbessern, ohne dass klassische Rechenaufgaben geübt werden.
Das Programm verbindet Erkenntnisse aus Psychologie, Lernforschung und mentalem Training mit kurzen, alltagstauglichen Übungen. Bereits wenige Minuten tägliches Training reichen aus, um diese Grundlagen kontinuierlich zu stärken. Viele Teilnehmende nutzen „TrainMyBrain“ bei konkreten Lern- oder Konzentrationsproblemen, andere präventiv, um ihr Gehirn anpassungsfähiger gegenüber Stress und mentaler Überlastung zu machen. Ziel ist es, eine stabile Grundlage für Lernen, Leistungsfähigkeit und psychisches Wohlbefinden zu schaffen.


Christian Mai
Heilpraktiker für Psychotherapie | Wirtschaftspsychologe
Seestraße 28 · 76275 Ettlingen
0172 / 916 37 31 · www.hpp-christianmai.de
www.trainmybrain.eu
Online-Programm für mentales Training